Montag, 27. November 2017

Rezension [Hörbuch] // Jonathan Stroud - Bartimäus: Das Amulett von Samarkand (1) von SINA

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Nathanael kommt als Kind in den Haushalt von Arthur Underwood, um dort seine Ausbildung als Zauberer zu beginnen. Von Anfang an hat Nathanael es nicht leicht, wird doch sein Genie verkannt und er nur spärlich von seinem Lehrmeister mit Informationen versorgt. Heimlich lernt er aus den Büchern, die er eigentlich noch nicht lesen darf und vergrößert dadurch sein Wissen. Als er eines Tages von Simon Lovelace, einem eitlen und herrschsüchtigen Zauberer auf die Probe gestellt wird und diese Probe besteht, wird er von Lovelace trotzdem bzw. aufgrund seines Wissens gedemütigt. Nathanael beschließt, sich zu rächen und beschwört den Dämon Bartimäus, einen großen und mächtigen Dschinn. Zusammen mit Bartimäus kommt Nathanael dann jedoch einer Verschwörung auf die Spur. Nathanael weiß: nur er kann Lovelace aufhalten.

Beim Lesen des Buches hatte ich mich schon köstlich amüsiert. Nach 50 Seiten war ich von der Geschichte so begeistert, dass ich mir sofort die Folgebände bestellt hatte.
Die Erzählweise des Autors ist herrlich sarkastisch (gerade aus Sicht des Dschinns). Die packende Story tut dann den Rest und so ist man gefangen von der detailreichen Erzählweise.

© Sina Frambach

Um nun eine Auffrischung der Geschichte zu erhalten, habe ich mir das Hörbuch zugelegt. Vorab: Dieses ist stark gekürzt, einige Dinge fehlen vollkommen (die in meinen Augen für den zweiten Teil sehr wichtig sind). Und doch ist man - wenn man als Neuling an die Geschichte herangeht - wieder fasziniert von den Zauberern London, die mitten unter den Gewöhnlichen (ein für HP-Fans ungewohnter Name für Muggel) leben und agieren. 

Gerade Bartimäus, ein kauziger, nicht auf den Mund gefallener Dschinn, hat es mir dabei sehr angetan. Seine Art, sich über alles zu stellen und von oben herab zu behandeln, ist fast schon wieder sympathisch. Sein Handeln führt manchmal dazu, dass die Dinge außer Kontrolle geraten, aber trotzdem hat er - wenn er eins hätte - das Herz am rechten Fleck. 

Abwechselnd wird aus seiner Sicht und aus Sicht Nathanaels erzählt. Dabei erzählt Bartimäus in Ich-Form. Im Buch sind es noch die Fußnoten, in denen der Dschinn seine Erhabenheit und Sicht auf die Menschen erklärt. Leider konnten diese im Hörbuch nicht umgesetzt werden. Es fehlt also ein entscheidender Teil, der das Buch ausmacht. Ich wüsste aber nicht, wie man dies um Hörbuch umsetzten sollte, wenn man nicht laufend das Wort "Anmerkung" oder "Fußnote" mit einbauen will.

© Sina Frambach
Der Sprecher Martin Semmelrogge ist in meinen Augen jedoch sehr unpassend gewählt. Ich hatte oft sehr viel Mühe, ihn zu verstehen, weil er - gerade bei spannenden oder rasanten Stellen - zu schnell sprach und dabei einige Worte verschluckte. Ich denke, dass er als Sprecher von Bartimäus zwar gut gewählt ist, aber die gesamte Geschichte zu erzählen nicht seine Stärke war. Wenn er den Part von Bartimäus vorlas, konnte ich mir den vorlauten Dschinn sehr gut vorstellen. Der "neutrale Vortrag" als dritte Person über Nathanael war nicht gelungen. Es wirkte nämlich nicht so "nüchtern", wie in den Büchern. Nathanael ist keine emotionale Person, die Stimme von Martin Semmelrogge konnte dies leider nicht rüberbringen. 

Nathanael und Bartimäus sind ein ideal nicht-zusammenpassendes Team. Ich habe mich köstlich über den Wort-Schlagabtausch zwischen den beiden amüsiert. Die nächsten Teile sind damit ein absolutes Muss.

Fazit:
Ein herrliches, witziges Jugendhörbuch, dass auch für große Kinder geeignet ist. Nur der Sprecher ist gewöhnungsbedürftig. Die Story bekommt von mir eine glatte 10. Der Sprecher leider nur eine 4. Insgesamt vergebe ich deshalb 7 von 10 Punkten

Verlag: Randomhouse Audio
erschienen: 2008
Format: 6 CDs, gekürzte Lesung
Länge: 430 Min.
ISBN: 978-3-8371-0003-7

© Sina Frambach

Sonntag, 26. November 2017

Rezension // Cara d`Strange - Sha´an - Chroniken der Ewigkeit: Augenblick der Ewigkeit (1) von SINA

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Der Zufall führt den Piloten Ian, die Piratin Sina und den Mechaniker Juri zusammen. Angeführt von der BeanSidhe El´ara reisen sie mit dem erbeuteten Raumschiff, der Melnir durch das Weltall, einer Spur folgend die zu einem unbestimmten Ziel führt. Die bunt zusammengewürfelte Mannschaft muss sich nun mit dem modernsten Schiff der Galaxie vertraut machen. 
Etwas Großes steckt hinter allem und die Gruppe muss sich Gefahren stellen. Doch können sie einander vertrauen?

Die Geschichte erinnert an eine Mix aus Star Wars, Star Trek und Guardians of the Galaxy. 
Fremde Welten, exotische Wesen und eine bunt zusammengewürfelte Truppe, die in einem modernen Raumschiff das Weltall retten muss, aber nicht mal selbst weiss, was in ihnen  allen vorgeht. 

© Sina Frambach

Die Autorin bietet von Anfang an tiefe Einblicke in die Gedankenwelt der Protagonisten, so weit es die Persönlichkeiten zulassen. 
Bei Ian und Sina ist dies vor allem der Fall, denn in meinen Augen tragen die beiden den größten Anteil an der Geschichte. Zwar sind noch El´ara und später auch Juri involviert, doch strahlen Ian und Sina mehr Faszination aus.

Die unendliche Weite des Weltalls wird in diesem Roman auf einen kleinen Punkt zusammengefasst. Das Universum kommt einem gar nicht mehr so groß vor, obwohl doch einige "Orte" angeflogen werden.
Aber es wird auch viel Zeit auf dem Raumschiff, der Melnir, verbracht. Denn die Melnir wird zu einem neuen Zuhause, nachdem aus unterschiedlichen Gründen eben diese verloren gegangen sind. Ich muss zugeben, dass mir die Größe der Melnir trotz der Beschreibungen ein Rätsel blieb. Teilweise war alles sehr verwirrend. Eine kleine Zeichnung zu dem Schiff hätte mir geholfen. 
Auch die Planeten und Orte waren unübersichtlich. 

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen, an den richtigen Stellen packend, einfühlsam und in die Tiefe gehend.
Gerade die Protagonisten werden greifbar und Sina (was aber nicht an der Namensgleichheit zu mir lag) hat mir besonders gut gefallen. Ihre Vergangenheit und die Gegenwart ließen mich immer nur hoffen, dass sie in Zukunft ein besseres und ruhigeres Leben führt. Im Nachhinein betrachtet würde dies zwar nicht so recht zu ihr passen und doch wünsche ich mir für sie einfach eine Konstante, die sie durchs Leben führt.

© Sina Frambach
"Augenblick der Ewigkeit" ist der Auftakt zu einer Reihe und hört auch an einer sehr spannenden Stelle auf. Ich hoffe, der zweite Teil ist schon in Arbeit und erscheint recht zügig.

Fazit:
Ein spannendes Raumabenteuer. Ich vergebe 7 von 10 Punkten.

Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
erschienen: 2017
Format: Taschenbuch
Printseiten: 303
ISBN: 978-3-945045-13-8

© Sina Frambach

Rezension // Anthologie - Masken: Düstere Fantasy Geschichten von SINA

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Man kann nie wissen, was sich hinter einer Maske verbirgt. Sie kann Gutes tun oder zum Bösen verleiten. Man fühlt sich wohl oder lernt Gefühle kennen, die einem das Fürchten lehren. 

16 Autoren haben sich dem Thema "Masken" gewidmet und sich Gedanken gemacht. Herausgekommen ist ein Mix aus fantastischen, mysteriösen und dunklen Kurzgeschichten. Horror und Liebe treffen auf Krimi und Thriller. Fantasy mischt sich mit Realität und letztendlich weiß man nicht, ob es erfunden ist oder wirklich so stattgefunden hat. Für jeden ist etwas dabei. Man rätselt, man lacht, man fürchtet. Alle Geschichten führten zu einem Abgrund, dessen Grenze man nicht überschreiten möchte, aber manchmal auch gezwungen wird, einen weiteren Schritt zu gehen.

© Sina Frambach

Verführerisch kommen manche Masken daher, andere verstecken oder holen etwas aus einem hervor, das zu dunklen Gefühlen führt. Jede Maske hat ihr Eigenleben. Manchmal braucht man eine in Form von Porzellan, Holz oder Tuch. Manchmal steckt sie in uns. Und  ist es immer ein Teil von uns. Man lässt sich nicht dahinter schauen, verbirgt etwas und doch kommen Dinge hervor, die so nicht geplant sind. 

Nicht alle Geschichten enden mit Happy End. Dies hat mir jedoch sehr gut gefallen, da so Abwechslung ins Ganze kam. Man konnte sich nie sicher sein, ob es für den jeweiligen Protagonisten gut ausging oder ob er der Verführung verfällt. Das Rätselraten, ob bis zum Ende durchgehalten wird oder man (sich selbst) verliert. 

Alle Geschichten haben mir sehr gut gefallen, doch gab es wieder welche, die ich hervorheben  möchte, da sie mir durch Schreibstil, Ausdruck oder Inhalt aufgefallen sind.

© Sina Frambach
"Dämonenmaske" von Bianca Brach erzählt die Geschichte von Brittany, die als Graue Maus durch das Leben schleicht. Mit 27 Jahren noch Jungfrau und eigentlich eher der introvertierte Typ, versteckt sie sich hinter Büchern und ihrem Job im Reisebüro. Ihr bester Freund Matthew, gut aussehend und eigentlich das genaue Gegenteil zu ihr, versucht jedoch, ihr die Freuden des Lebens zu zeigen. Als beide zu einem Maskenball gehen, bemerkt sie, dass die Masken, die dort getragen werden, schreckliches verbergen.

"Die Maske des Gargoyles" von Stefanie Bender hat mir von Anfang an schon wegen dem Titel gut gefallen. Gargoyles sind für mich sehr faszinierende Geschöpfe und wenn ich Wasserspeier auf alten Kirchen oder Häusern sehe, muss ich diese sofort fotografieren und in meinem Kopf fängt die Fantasie an zu sprudeln. Die Autorin zeigt uns jedoch den Gargoyle von seiner schwarzen Seite.

Kriss Ruhi führt uns an den "Baikalsees" und zeigt, was einem erwarten kann, wenn man sein Vertrauen an die falschen Leute verschenkt.

© Sina Frambach
Alle Geschichten sind ausgereift und interessant zu lesen. Was aber auch an der Aufmachung des Buches liegt. Denn dies ist auch wieder hervorzuheben. Die kreativen Ideen der Herausgeberin ziehen sich nämlich durch alle Bücher hindurch. So macht das Lesen einfach Spaß. 
Diesmal ist das Cover in Brauntönen gehalten und erinnert mich auf den ersten Blick eben an einen Maskenball aus dem Barock. Das Versteckspiel, das Geheimnisvolle und Mysteriöse spiegelt sich wider.

16 Geschichten, 16 unterschiedliche Ansichten. Ich bin immer wieder erstaunt, was Autoren aus einem vorgegebenen Thema machen. Das Buch ist eine kurzweilige Unterhaltung, regt auch zum Denken an und gibt Antworten auf die unterschiedlichsten Vorstellungen des Bösen und Guten.

Fazit:
Eine faszinierende Vorstellung, ein (Masken)Ball der Gefühle. Von mir gibt es 10 von 10 Punkten.

Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
erschienen: 2017
Format: Taschenbuch
Printseiten: 216

ISBN: 978-3-9815092-9-8

Mittwoch, 22. November 2017

Rezension // Geneva Lee - Game of Hearts von SONJA


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Quelle: Blanvalet


INHALT:
Las Vegas ist die Stadt, die niemals schläft. Bunte Lichter, Luxus, Armut, Glück und Unglück liegen dicht beieinander.

Emma Southerly gehört nicht zu den reichen Schülern ihrer High School. Dennoch schleicht sie sich mit ihrer Freundin Josie auf eine luxuriöse Party ihrer Mitschülerin und Feindin Monroe. Dort triff sie auf den smarten Jamie. Sie verbringen einen Teil der Nacht miteinander, im Morgengrauen ist Jamie verschwunden und es wird eine Leiche gefunden. Ist Jamie der Mörder? Wem kann Emma vertrauen?

FAZIT:
Wer bei diesem Buch prickelnde Erotik im Stile der Royal Passion Reihe der Autorin sucht, der wird hier (zumindestens im ersten Teil) nicht fündig. ABER es hat mich beim Lesen nicht gestört.

Der Schreibstil war wie immer locker und leicht. Die Dialoge frech und abwechslungsreich.  

Man war schnell in Emmas Leben eingetaucht und da die junge Dame zwar gerade volljährig geworden ist aber noch zur Schule geht, fand ich die "leichteren" Erotikszenen passender. 

Es ist also durchaus ein Young Adult Buch. Young Adult Bücher habe ich zwar seit einiger Zeit von meiner Liste gestrichen, da mich dieses jugendliche Geplänkel zum Teil nicht mehr gereizt hat, aber Emma hat eine sehr erwachsene Art und aufgrund ihrer vielseitigen Probleme (die ich natürlich nicht verrate) habe ich bereits auf den ersten Seiten mit ihr mitgefiebert. 
Ihre Arbeit in dem Pfandleihhaus "Pawnography" ihres Vaters hat mich ein bisschen an die dmax Serie "hardcore pawn" erinnert und war ein lustiger Einschub.

Jamie ist natürlich in der ersten gemeinsamen Nacht mehr als mysteriös und auch danach weiß Emma bzw. wir als Leser natürlich nicht wer hier der Mörder ist.

Aufgrund Emmas und Jamies Familiengeschichte bahnt sich eine Geschichte in der Art von Romeo und Julia an und dieser erste Teil endet natürlich mit einem Cliffhanger, so dass ich mich bereits jetzt auf den Folgeband freue: Volle Punktzahl mit Las Vegas Scheinwerfer!


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2017
Seiten: 288
ISBN: 978-3734104831



© Sonja Kochmann

Rezension // Angelika Schwarzhuber - Der Weihnachtswald: Ein Wintermärchen von SONJA


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Quelle: Blanvalet


INHALT:
Die alleinstehende Eva ist eine Powerfrau, sie liebt es, als Rechtsanwältin non stop zu arbeiten und verlangt dies auch von ihrer Umgebung. Daher nimmt sie an Weihnachten sogar ihre Assistentin Sandra mit zu ihrer Großmutter Anna, um bis zum letzten Moment arbeiten zu können.

Im verschneiten Haus der Großmutter trifft sie auf ihre Jugendliebe Phillipp und das kleine Waisenkind Antoine, die wenig später im Garten zwischen den Tannenbäumen, den Weihnachtsbäumen der vergangenen Jahre, verschwindet. Auf der Suche nach ihr geraten Eva, Phillipp mit Antoine in die Vergangenheit...

FAZIT:
Erst einmal muss ich unbedingt anführen, dass ich kein Freund von Büchern mit Zeitreisen bin. Warum? Ich kann mich schwer auf die Handlung an sich konzentrieren, da ich immer am Grübeln bin, "wenn das jetzt so passiert, dann müsste..."

Warum habe ich dann zu diesem Buch gegriffen? Weil Angelika Schwarzhuber zu meinen Lieblingsautorinnen gehört und ich tiefes Vertrauen in die Besonderheiten ihrer Protagonisten habe.

Eva ist ein Workaholic und schnell wird klar, für ein Weihnachtsbuch muss diese Frau eindeutig an sich arbeiten. Phillipp, die verlassene Jugendliebe, muss diese Frau einfach zähmen und beruhigen. Und Antoine? Die hat es als stotterndes Waisenkind gar nicht so leicht.

Für diese drei Protagonisten steht die besagte Reise in die Vergangenheit an. Obwohl diese sich am Anfang des Buches kaum etwas zu sagen haben, müssen sie nun zusammenhalten und einen Weg zur Rückkehr finden. 

Von dem Zielort und der Zeit möchte ich nicht viel verraten, aber sie bleiben in dem Haus der Großmutter und finden sich dort wenige Tage vor Heiligabend ein. Auch hier läuft nicht alles rund und so treffen Ansichten der Vergangenheit (Kindererziehung, Rollenaufteilung) und wundervolle Traditionen auf die armen Zeitreisenden. Fern von Luxus, Multimedia und moderner Medizin bekommen Eva, Phillipp und Antonie zu spüren, was das Wichtigste im Leben ist.

Da mir die Personen, ihre Entwicklung und das sehr weihnachtliche Ende gut gefallen haben, vergebe ich als "Zeitreise-Literatur-Muffel" 8 von 10 Punkten.

P.S.: Wer noch Backrezepte für Plätzchen sucht, der wird im Anhang fündig, denn die Plätzchen aus der Handlung wollen nachgebacken werden.


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2017
Seiten: 416
ISBN: 978-3734101366


© Sonja Kochmann

Rezension // Erin Watt - Paper Passion: Das Begehren von SONJA


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Quelle: Piper


INHALT:
Easton ist der schwierigste der Royal Geschwister. Er nimmt sich, was er will, ohne Rücksicht auf Verluste. Die Mädchen liegen ihm zu Füssen und sind daher für ihn nur Mittel zum Zweck. Doch als er auf die neue Schülerin Hartley triff, ist alles ganz anders. Sie ist schlagfertig und will gar nichts von ihm. 

Kann Sie seinen selbstmörderischen Lebensstil beenden? 

FAZIT:
Ich habe mich total auf den neuen Band der Royal Reihe gefreut und als er dann so vor mir lag, las ich bei facebook, dass inhaltlich eigentlich "Paper Party" vor diesem Band spielt und dieses Buch erscheint erst 2018! 
Hin und her gerissen von den Meinungen im Netzt, las ich dann doch ohne "Paper Party" zu kennen. "Paper Party" beschäftigt sich wohl mit Gideon und Savannah und die haben in diesem Band nur eine kleine unbedeutende Miniszene, so dass ich nach heutigem Wissensstand sagen muss; bislang stört es mich nicht, die falsche Reihenfolge eingehalten zu haben.

Doch nun endlich zu diesem Buch. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt leicht und locker und hier auch ordentlich frech. Denn in Hartley findet Easton seine Meisterin. Ella ist nach dem traumatischen Tod der Mutter zwar die bislang einzige weibliche Person von der Easton sich etwas sagen lässt, doch Hartley findet mit ihrer Redegewandtheit und ihrer Unabhängigkeit Zugang zum dickköpfigen selbstzerstörerischen Royal. Die Dialoge sind wirklich der Hammer und ich musste wirklich bei manchen Wortgefechten laut loslachen.

Als Easton von Harleys Problem erfährt (die ich natürlich nicht verrate) hat er ein ungewohntes Ziel: er will helfen. Doch das ist gar nicht so einfach. 

Auch die Krone um die Schulherrschaft gerät in Gefahr. Die Geschichte um Ella geht am Rande weiter, denn Ella und Easton drücken immer hin noch gemeinsam die Schulbank und die Gerichtsverhandlung steht an. Davon wisst ihr nichts? Dann unbedingt die Vorbände (Paper Princess, Paper Prince, Paper Palace) lesen.

Easton und Hartley machen eine interessante Entwicklung durch und man schließt die Protagonisten schnell ins Herz und Erin Watt würde ihrer Linie jedoch untreu werden, wenn nicht auch dieser Band mit einem Cliffhanger enden würde und lasst Euch sagen dieser ist wirklich extrem fies! Volle Punktzahl!

Verlag: Piper
erschienen: 2017
Seiten: 352
ISBN: 978-3492061162


© Sonja Kochmann

Sonntag, 19. November 2017

Rezension // Rainer Wekwerth - Das Labyrinth ist ohne Gnade (3) von SINA

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Quelle: Arena

Jeb, Jenna und Mary finden sich in der vorletzten Welt des Labyrinths wieder. Das Meer liegt in seinem unendlichen Blau vor ihnen. So weit das Auge reicht ist kein Ausweg in Sicht. Mary jedoch weiß, was sie erwartet, denn es ist ihre Welt, der Ort, an dem sie aufgewachsen ist. Und schon erwartet sie die nächste zu nehmende Hürde, ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen ihre Ängste. Gnadenlos wird ihnen zugesetzt. Das Ende scheint sehr nah. Die retten Lösung führt zu einem weiteren Verlust, aber auch zu den so lang ersehnten Antworten. Und zu noch mehr Problemen. Denn das Labyrinth kennt keine Gnade.

Teil 3 hat der ganzen Trilogie nochmals das sprichwörtliche I-Tüpfelchen aufgesetzt. Ich habe noch nie eine Reihe beendet, die mich so derart unzufrieden zurückgelassen hat. Vorab: ich liebe offene Enden, bei denen man seiner Phantasie freien Lauf lassen kann und sich so manche weitere Szenen noch selbst vorstellen muss. Doch das, was der Autor hier am Ende hat stehen lassen, ist für mich sehr unbefriedigend. Das erwartete Happy End ist keins, weil es eigentlich so gar kein Ende gibt. Die Geschichte bricht ab, nachdem eine Person eine Entscheidung getroffen hat, zu welcher man noch getrost drei weitere Bücher hätte schreiben können. Nach Lesen der letzten Seite schreit das Ende quasi nach einem weiteren Teil. Und doch ist die Reihe abgeschlossen. So dermaßen offen mag ich es dann auch nicht.

Nach dem schwachen ersten Teil, den der zweite jedoch ausgleichen konnte, hat mir der dritte Band bis auf die letzten Seiten gut gefallen. Spannung, Gefahr, Trauer und Hoffnung haben sich abgewechselt und somit einen spannenden und packenden Teil gebildet. Dann die (gelungene) Auflösung der ganzen Angelegenheit. 
Bis das dicke Ende kommt... und dann nichts mehr. Nicht mal in der Danksagung wird erklärt, warum das Buch so endet. Dies finde ich sehr schade, da ich so nicht nachvollziehen konnte, was der Autor sich dabei gedacht hat.

Die neue Welt, in der sich Jeb, Jenna und Mary zu Anfang befinden, ist sehr bedrohlich, obwohl sie auf den ersten Blick beruhigend wirkt. Das Wasser und vor allem die sengende Hitze wird jedoch zum Problem. Auch die im Meer lebenden Bewohner setzen den drei ordentlich zu. 
Mary übernimmt diesmal den starken Part und tritt in den Vordergrund. Warum, wird dann ab Mitte des Buches sehr deutlich. Gerade bei ihr ist eine ordentliche Entwicklung auszumachen. Ist sie in den ersten beiden Bänden noch eher das schwächste Glied der Kette, hat sich dies geändert und Mary ist der Charakter, um den sich alles dreht. 
Jeb und Jenna treten sehr in den Hintergrund, was sich später aufklärt. 

Der Schreibstil des Autors ist durchgehend packend, auch wenn sich ein paar Wiederholungen eingeschlichen haben. Dies stört jedoch den Lesefluss nicht. 

Die Idee des Autors ist unheimlich interessant, die Umsetzung war - nach dem die Auflösung ans Licht kam - auch gelungen. Und man versteht nach Lesen des dritten Teils auch, warum der Autor das Wort "Labyrinth" gewählt hat, was mir nach Lesen der ersten beiden Bände noch ein Rätsel war.

Fazit:
Bis auf das sehr offene Ende eine spannende Reihe. Von mir gibt es 6 von 10 Punkten.

Verlag: Arena
Printseiten: 344
Format: ebook
ISBN: 978-3-401-50793-4

Donnerstag, 16. November 2017

Lesung // Cristina Caboni - Die Oleanderschwestern von SONJA



© Sonja Kochmann


Im trüben und tristen Hannover war ich in den vergangenen Tagen auf einer ganz besonderen Lesung:

Cristina Carboni brachte mit ihren Oleanderschwestern etwas italienischen Flair in die Buchhandlung Hugendubel.

Den deutschen Part vorzulesen und Fragen auf deutsch und italienisch zu beantworten, übernahm netterweise Elisabetta Cavani.


© Sonja Kochmann


Man ist ja durch die Lesungen deutsch/englisch und die verbliebenen, manchmal auch eingestaubten, Englischkenntnisse recht verwöhnt, dass man einen Teil der Antworten des Autors gleich versteht. Leider spreche ich kein italienisch. Meine Lateinkenntnisse haben zwar dafür gesorgt, dass ich ab und an ein paar Worte verstanden habe, aber ich fand es teilweise sehr anstrengend der unbekannten Sprache zu zu hören.


© Sonja Kochmann


Dennoch fand ich die Lesung sehr interessant und der sympathischen Autorin hat man die Liebe zu ihrem Beruf - trotz der Sprachbarriere - angemerkt.



Video - © Sonja Kochmann

Die Autorin lebt auf Sardinen und betreibt zusammen mit ihrem Mann eine Imkerei. Dies ist aufgrund des Wetters (lange trockene Monate mit viel Sonne) gar nicht so einfach.

Sie liebt es, in ihrem Garten auf der Veranda zu sitzen und zu schreiben. Dort findet sie Ideen und die nötige Ruhe.

Die Beziehung zwischen Garten und Gärtner ist besonders wichtig. Denn der Garten ähnelt stets seinem Besitzer. Ihrer ist übrigens chaotisch gestaltet, aber enthält eine wunderschöne Blütenpracht. (An dieser Stelle lohnt sich ein Blick auf das Instagram Profil der Autorin.)

Wie sie zu ihren Ideen komme, wurde mit einer lustigen Aussage beantwortet. In ihrem Kopf sei ein Wohnhaus und die Bewohner wollen alle ihre Geschichte erzählen und geben keine Ruhe.

Ihre Erfahrungen über Blumen und Honig sind gleich in ihren Büchern verarbeitet worden.


© Sonja Kochmann


Während der Recherche hat sie zu den Themen der Bücher 


Nr. 1 - Die Rosenfrauchen / Düfte 
Nr. 2 - Die Honigtöchter / Honig
Nr. 3 - Die Oleanderschwestern / Blumen

allerhand zusammengetragen, was sie mit ihren Freunden, den Lesern, teilen möchte. Diese Dinge leiten die jeweiligen Kapitel ein. Eine wunderschöne Idee. 

Doch die drei Bücher stehen noch für andere Dinge: 


Nr. 1 für Wiedergeburt nach einer Niederlage und ein neues Leben
Nr. 2 für Mut und ein spirituelles Erbe
Nr. 3 ist der Roman des Verzeihens

In ihren Büchern stehen die Beziehungen der Frauen im Vordergrund. Hier gibt es keine Intrigen, sondern eine Gemeinschaft, die ihre Erfahrungen und Erlebnisse teilen. Ein gutes Beispiel ist hier eine Brotback Szene aus einem Buch. Auch müssen ihre Protagonistinnen immer an einen Ursprungsort zurückkehren.

Die Zwillinge in ihrem aktuellen Buch sind ein Sinnbild für die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Ich persönlich habe das Buch noch nicht gelesen, aber ich musste nach den von Elisabetta Cavani gelesenen Szenen doch ein bisschen an Erich Kästners doppeltes Lottchen denken - auch wie wir von Elisabetta Cavani erfuhren, es in Italien gar nicht so bekannt ist - .

2018 wird übrigens ein Buch über Bücher erscheinen "Der Zauber zwischen den Seiten". Ich bin neugierig geworden auf die Bücher von Cristina Carboni und fand den Abend wundervoll. Danke an alle Beteiligte.


© Sonja Kochmann



© Sonja Kochmann

Lesung // Susan Elizabeth Phillips - Verliebt bis über alle Sterne von SONJA



© Sonja Kochmann


Alle guten Dinge sind drei und damit machte ich mich zu meiner dritten Lesung mit Susan Elizabeth Phillips auf (Berichte zur ersten und zweiten Lesung finden sich HIER und HIER). Das neue Buch "Verliebt bis über alle Sterne" gehört endlich wieder zu den Chicago Stars. Ich mag die kernigen Footballer einfach.


© Sonja Kochmann


Die Autorin selbst ist eine absolute Stimmungskanone und für jeden Spaß mit ihren Fans (den Seppies) zu haben, obwohl die Uhrzeit für ihren Biorhythmus doch etwas ungewohnt ist. Denn eigentlich geht die Autorin um 21 Uhr ins Bett, um früh morgens am besten schreiben zu können.

Und damit begann der Abend natürlich mit einem lustigen Einstand nach Abklatschen und Winken. So sorgte das Zusammensinken des Mikrophons für Gelächter und Freudentränen und die Autorin versprach mit diabolischen Lächeln ganz brav zu sein und keine Hintergedanken zu haben.....ja...ist schon klar.


© Sonja Kochmann


Video - © Sonja Kochmann 


Susan dachte vor ihren umfangreichen Auslandsreisen immer sie würde "nur" für die amerikanische Frau schreiben, doch inzwischen wurden 23 Romane in 30 Sprachen übersetzt. Es ist dann doch eher die internationale Frau die Zielgruppe dieser Autorin

Sie sieht das Ganze übrigens wie ein großes Zusammensein um ein Lagerfeuer. Dort haben sich die prähistorischen Frauen in grauer Urzeit schließlich auch erzählt, wer mit wem zusammen ist und wie die Beziehung läuft, was die Familie macht und und und so gesehen sind wir alle gleich.


© Sonja Kochmann


Ursprünglich waren die Chicago Stars keine Reihe. Sie suchte einfach einen Helden, der die Eigenschaften eines Sportlers vereinte und dann kam noch einer und noch einer. Das es die ungeschriebene Regel gab, dass man in Liebesromanen nicht über Sport schreiben dürfe, habe ihr keiner gesagt. *Schulter zucken und Lächeln* (Gott sei Dank.)

Das wichtigste und mühsamste an ihrem Schreibstil (Schreiben ohne Gliederung) ist die delete-Taste. Aber dennoch konnte uns an dieser Stelle verraten werden, dass bereits 200 Seiten eines neuen Romans geschrieben wurden.

Susan hat bezüglich des im Buch vorkommenden Nachtclubs auf die Erfahrungswerte ihrer Freunde zurückgreifen müssen. Denn, wie bereits erwähnt, liegt die Autorin bereits in ihrem Bett, wenn die Nachtclubs ihre Pforten öffnen. Aber das imaginäre Einrichten des Clubs für ihr Buch habe dennoch viel Spaß gemacht.


© Sonja Kochmann


Danke an alle und besonders an Susan Elizabeth Phillips, die auf den gewohnten Schlafrhythmus verzichtet hat.


© Sonja Kochmann



P.S.: Ergänzend zu diesem Abend habe ich aus persönlichen Gründen noch ein Zitat gefunden, was mich immer an diesen Abend erinnern wird:

Du kannst keine Seite aus dem Buch Deines Lebens reißen. Egal wie sehr Du es auch willst. 
Aber Du kann ein neues Kapitel beginnen.

Ich werde mit einem weinenden und lachenden Auge zurück blicken, da ich nicht allein Urheber des besagten Kapitels bin. 
In diesem Sinne, hoffe ich aber, dass Susan Elizabeth Phillips noch einige Kapitel dazu beitragen wird und uns schöne Lesestunden schenkt.


Mittwoch, 15. November 2017

Rezension // Art Skript Phantastik Verlag - Absinth: Geschichten im Rausch der grünen Fee von SINA

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Absinth - ein Getränk, um welches sich viele Legenden ranken. 12 Autoren haben sich nun diesen Legenden angenommen und daraus Kurzgeschichten gesponnen. 12 Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Die Anthologie führt zu den verschiedensten Orten. Einmal ist die grüne Fee als Muse unterwegs, ein anderes Mal ist sie grausam und brutal. Doch jedesmal hat sie mit Künstlern zu tun. Sie regt die Phantasie an, nährt sich davon oder mordet.

© Sina Frambach

Wir treffen auf die unterschiedlichsten Personen, fiktiv, wie auch historisch belegt. Schriftsteller, Maler, Dichter... allesamt Personen, die durch ihre Phantasie kreativ wurden und auch gerne zu dem grünen Getränk gegriffen haben. Zumindest in den Kurzgeschichten.
So begegnen uns Arthur Conan Doyle, Jules Verne, Mata Hari, Oscar Wilde und viele, viele mehr.

Auch wenn ich alle Kurzgeschichten ausnahmelos gut fand, gab es doch einige, die für mich aus der Menge herausstachen.

"Scheiß auf Nemo - rettet die Nautilus" von Markus Cremer z. B. ist eine lustig-wirre Geschichte über eine grüne Fee, die in einer eher abgewrackten Kneipe als Muse für Künstler unterwegs ist. Je mehr Absinth konsumiert wird, umso mehr kann sich die Fee in die Gedanken der jeweiligen Kreativen hineinversetzen und ihnen als Muse dazu verhelfen, ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen. So kommt es, dass sich die Fee in den Gedanken von Jules Verne wiederfindet und im dazu verhilft, dass er den Roman "20.000 Meilen unter dem Meer" schreibt. Doch bis es soweit ist, müssen so einige Dinge durchgestanden werden.

© Sina Frambach
In "Hipster van Gogh" hat sich Nina Teller die grüne Fee als moderne Geschäftsfrau vorgestellt, die verschiedene "Künstler" um sich gescharrt hat. Dabei bedient sie sich einer interessanten Methode, da die Künstler allesamt schon seit Jahrzehnten oder gar Jahrhundert tot sind. Unter anderem Vincent van Gogh arbeitet für sie.

Und "Der Tod des Sherlock Holmes" von Carmen Hübner erzählt die Geschichte von Arthur Conan Doyle, als dieser an einem wichtigen Punkt seiner Schreibkarriere steht und in der Schweiz über seine weitere Zukunft nachdenkt. Natürlich geht es dabei um den allseits beliebten Detektiven aus der Baker Street.

Aber egal, welchen Weg die grüne Fee auch einschlägt, immer wieder ist es der Absinth, der sie leitet und im Mittelpunkt steht. 

© Sina Frambach
Aber nicht nur die Geschichten sind echte Höhepunkte, auch die Aufmachung des Buches ist wieder wunderschön. Wie alle Bücher aus dem Art Skript Phantastik Verlag ist auch dieses mit viel Liebe zum Detail gefertigt. Die Grüntöne auf dem Cover sowie die abgebildete Fee zeigen schon genau, um was es geht und spiegeln den Inhalt deutlich wieder. Auch innen ist es mit schönen Überschriften und Absinthgläsern auf jeder Seite ein Schatz.

Die Autoren haben die Aufgabe, eine Kurzgeschichte über Absinth bzw. die grüne Fee zu schreiben, einfach hervorragend gelöst und kurzweilige Unterhaltung geschaffen. Ein ums andere Mal war ich begeistert von der gerade gelesenen Geschichte. Ein Buch, nach dem ich bestimmt öfter greifen werde.

Fazit:
Eine unterhaltsame Anthologie rund um die grüne Fee. Von mir gibt es 10 von 10 Punkten.

Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
erschienen: 2017
Printseiten: 232
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-945045-11-4