Montag, 22. Januar 2018

Rezension // Guillermo del Toro + Daniel Kraus - Trollhunters von SINA

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Quelle: Heyne fliegt

Jim lebt in San Bernadino und hat mit seinen 15 Jahren die üblichen Probleme. Er findet ein Mädchen toll, Hausaufgaben sind ihm zuwider und leider hat er den Loserstatus zusammen mit seinem besten Freund Tub inne. Und an die Monster, die seinen Vater in seinen Träumen verfolgen, glaubt er schon lange nicht mehr. 
Doch dann wird er eines Nachts von großen Pranken unter seinem Bett erfasst und in ein Loch gezogen. Kurz danach wacht Jim wieder auf - in einer Trollhöhle. Und merkt bald darauf, dass er zu mehr bestimmt ist, als der Loser von San Bernadino zu sein. 

Durch die Zeichentrick-Serie "Trolljäger" bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Trolle sind ja eher etwas für High-Fantasy-Geschichten und werden deshalb meist als Bösewichte abgestempelt. Sie nun in unsere Welt zu holen und derart unterschiedlich zu gestalten, war eine herrliche Abwechslung. Dabei haben die Autoren verschiedene Arten von Trollen geschaffen. Große, kleine, dicke, dünne, kugelige, wuselige, träge, mit Klauen, Tentakeln, Fell oder Federn. Und eben die klassischen uns bekannten wie aus "Der Herr der Ringe" oder "Harry Potter". 

© Sina Frambach

Wir begegnen Jim, einem Jungen, der es so gar nicht leicht hat. Sein Vater wirkt etwas verwirrt, in der Schule gehört er zu den Losern und auch sonst bringt er nicht sehr viel auf die Reihe. Er versucht zwar, normal zu wirken, doch wenn irgendwo ein Fettnäpfchen steht, tappt er garantiert hinein. Jim scheint sein Leben allerdings einigermaßen im Griff zu haben, zumindest gibt er dies anderen gegenüber so wieder. Dank seines besten Freundes Tub stürzt er aber auch nicht in Depressionen, sondern genießt das Leben so gut er kann. 

Mit Jim wird die typische Loser-Figur geschaffen, der allerdings das Beste aus jeder Situation macht. Er ist realitätsnah und weiß genau, dass er eben ein komischer Kauz ist.

Dann passiert das Unmögliche. Die Monster, von denen sein Vater immer spricht, gibt es wirklich und Jim findet sich plötzlich unter der Erde wieder, wo er - von Trollen gejagt - um sein Leben kämpfen muss. 

Und ab da geben die Autoren Vollgas und lassen kaum Atempausen. Die rasante Abfolge  der Ereignisse hält die Spannung aufrecht. 

© Sina Frambach

Das Buch ist in meinen Augen jedoch erst für Kinder ab 12 Jahren geeignet, da es doch einige Szenen enthält, die nicht sehr appetitlich erscheinen. Es fließt Blut und brutale Kämpfe und grausame Methoden werden beschrieben. Dies führt natürlich zu einem starken Kopfkino. 
Der Spaßfaktor ist trotzdem hoch, da auch viel Sarkasmus mieinfließt. Dies liegt vor allem an Jims besten Freund Tub sowie an den Trollen Blinky und ARRRGH!!!. Schon allein einen Troll ARRRGH!!! zu nennen, hat mir unheimlich gut gefallen.

Das Buch ist die Vorlage für die Zeichentrick-Serie "Trolljäger" (die übrigens auch erst ab 12 Jahren empfohlen wird). Da ich die Fernseh-Serie schon kannte, hatte ich immer die gezeichneten Figuren vor Augen, zumindest, was die Hauptfiguren betraf. Es gibt einige Abweichungen in der Serie (z. B. wohnt Jim alleine mit seiner Mutter und nicht dem Vater). Der Handlungsstrang ist ein anderer, aber es gibt viele Parallelen.

Die Figuren sind sehr liebenswert. Besonders Jims Vater hat mir sehr gut gefallen, aber auch Claire, ein junges, schottisches Mädchen, das gerade durch seine nicht mädchenhafte Art total zauberhaft wirkt. Was auch Jim nicht gerade kalt lässt. 

Es gibt allerdings auch ein paar Ungereimtheiten und Logikfehler, aber trotzdem steht der Lesespaß im Vordergrund. Guillermo del Toro, der mit schon mit "Die Saat" und den nachfolgenden Büchern begeistern konnte, zeigt nun zusammen mit Daniel Kraus auch sein Talent im Jugendbuch-Genre.

Fazit:
Ein gelungener Spaß mit sympathischen Charakteren. Ich hoffe auf einen zweiten Teil. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne fliegt
erschienen: 2016
Format: ebook
Printseiten: 416
ISBN: 978-3-641-18442-1

Sonntag, 21. Januar 2018

Rezension // H. G. Wells - Die Insel des Dr. Moreau von SINA

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1896 wurde das Buch von dem Autoren geschrieben und es hat noch immer eine starke Präsenz. Das dort angeschnittene Thema scheint zeitlos und gibt einen Einblick in die Welt, wie sie damals gesehen wurde und auch heute noch gesehen werden kann. Denn solch makaberen Vorhaben werden sicherlich irgendwo ausgeführt. 

Wir treffen auf Edward Pendrick, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Durch eine unglückliche Verkettung von Zufällen landet er auf einer einsamen Insel mitten im Südpazifik. Montgomery, ein Biologe, nimmt ihn dorthin mit, aus Mitleid und um ihn vor dem Tod auf hoher See zu bewahren.

© Sina Frambach

Aus der Ich-Perspektive von ihm erzählt, erfahren wir nun, was Pendrick so alles erlebt. Schon auf dem Weg zur Insel kommt ihm alles etwas komisch vor. Warum sind die an Board befindlichen Personen allesamt so missgestaltet? Warum macht Montgomery so ein Geheimnis um die Insel? Und warum befindet sich auf dem Boot ein in einem Käfig eingesperrter Puma und Dutzende von Hasen?

Kaum auf der Insel angekommen, drängt sich nun ein neuer Protagonist ins Bild. Dr. Moreau, seines Zeichens ebenfalls Arzt und Biologe, lädt dann aber nach anfänglichem Zögern Pendrick ein, sich so lange auf der Insel aufzuhalten, bis ein Schiff vorbeikommt und ihn wieder mit nach Hause nimmt.

Und ab da wird es unheimlich. Denn Pendrick erfährt Dinge, die eigentlich nicht für seine Augen und Ohren bestimmt sind - und dies alles ausgelöst von einem unheimlichen Wesen, halb Mensch, halb Tier.

© Sina Frambach

Der Autor geht mit steten Schritten voran und bildet so ein Gerüst aus unterschiedlichen Dingen, die sich langsam aber sich zu einem Bild zusammenfügen. Da Pendrick nur Einzelteile zu Gesicht bekommt, muss auch dieser nachforschen oder mit Hilfe seiner Gedanken die Eindrücke ordnen. Und so kommt er dem Geheimnis der Insel und deren Bewohner immer näher.

Auch wenn die Geschichte schon über 100 Jahre alt ist, scheint sie sehr zeitlos. Dies zeigt sich auch am Schreibstil. Zwar hatte ich zu Anfang ein wenig Probleme, mich einzufinden, doch legte sich dies schnell und schon bald las ich die in meinen Augen perfekt klingenden Sätze, einer nach dem anderen. Und so hatte ich innerhalb kürzester Zeit die Geschichte gelesen, die sich jedoch zu keinem Zeitpunkt langweilig angefühlt hat. Alles war genauestens positioniert. Die Protagonisten hatten Tiefe, obwohl man nur wenig über sie erfährt. Und doch hatte man am Ende des Buches das Gefühl, alles über alle zu wissen.

© Sina Frambach

Der Charakter Pendrick hat mit vielen schwerwiegenden Entscheidungen zu kämpfen. Und doch meistert er fast sämtliche Probleme mit Bravour und versucht, aus der ihm gegebenen Lage das bestmögliche herauszuholen. Und doch merkt man an ihm eine große Veränderung, die sein Leben derart beeinflusst, dass er bis zu seinem Tod nicht vergessen kann, was ihm geschehen ist.

Die Spannung wird langsam aufgebaut und zieht ab der Mitte des Buches kräftig an. So hat man Mühe, das Buch zur Seite zu legen, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht.

Diese Ausgabe es Buches beinhaltet auch Holzschnitte, angefertigt von der Illustratorin Nicole Riegert. Die Bilder sind in Grün- und Blautönen gehalten und bilden eine wunderbare Ergänzung zu der Geschichte. 
Sie zeigen unter anderem die Insel, deren Bewohner oder markante Punkte der Insel. 

© Sina Frambach
Die Seiten sind etwas dicker und fühlen sich dabei sehr edel an. Das ganze Buch ist sehr hochwertig gestaltet und ein kleines Schmuckstück im Buchregal.

Fazit:
Ein Klassiker der Weltliteratur in neuem Gewand. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Kunstanstifter
erschienen: 2017 (Original 1896)
Format: Hardcover
Printseiten: 256
ISBN: 978-3-942795-54-8

Mittwoch, 17. Januar 2018

Rezension // Rainer Wekwerth & Thariot - Pheromon: Sie riechen Dich (1) von SINA

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Quelle: Planet!
Jake ist 17, ohne Brille so gut wie blind und sein Heuschnupfen plagt ihn schon seit Jahren. Doch plötzlich ändert sich dies und Jake merkt, dass seine Sinne anfangen, schärfer und ausgeprägter zu werden. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, stößt er auf Dinge, die er selbst nicht glauben kann. Dabei kommt ihm Amy zur Hilfe, die mit ihrer unverblümten Art für Jake eine wahre Bereicherung ist. Doch auch sie sucht nach Antworten, da ihr Bruder sich in letzter Zeit so merkwürdig verhält. Die Suche führt zum Human Future Project, einer Stiftung, die so ihre Geheimnisse zu haben scheint.
Und plötzlich ist Jake in etwas verwickelt, was das Ende der Menschheit bedeuten könnte.

Der Auftakt zur Reihe wurde schon seit einiger Zeit angekündigt und durch den interessanten Klappentext war ich dann natürlich sehr neugierig, was die beiden Autoren für ein Gemeinschaftsprojekt auf die Beine gestellt haben.

Australische Gespenstschrecke
© Sina Frambach
"Pheromon: Sie riechen Dich" wird in zwei Strängen erzählt. Im ersten Strang befinden wir uns in der Gegenwart, im Jahr 2018 und begleiten Jake, einen 17jährigen Jungen, der auf der Highschool eigentlich nur die üblichen Probleme vorzuweisen hat. Football, Unterricht und Mädchen. Doch trägt er leider einige Handicaps mit sich herum. Ohne Brille ist er fast blind und sein Heuschnupfen hilft ihm auch nicht gerade, den Frühling und Sommer genießen zu können. 
Als er auch noch bei einem wichtigen Footballspiel kurz vor Schluss den Spielzug vermasselt, scheint alles im Eimer zu sein.
Doch gleichzeitig ist dies für ihn ein Neuanfang, denn plötzlich merkt Jake, dass sein Heuschnupfen weg ist und auch die Brille nicht mehr von Nöten ist. Sein Geruchssinn entwickelt sich sogar so weit, dass er meilenweite entfernt Feuer riechen kann. Und Gefühle. Er riecht sofort, ob jemand traurig oder froh ist, ob jemand lügt oder die Wahrheit erzählt. 

Im zweiten Erzählsprung stoßen wir auf Dr. Travis Jelen, der mit seinen über 60 Jahren in der Zukunft im Jahre 2118 lebt. Er arbeitet ehrenamtlich als Arzt in einer Einrichtung, die sich um Obdachlose kümmert und um diejenige, die sich keine Krankenversicherung und somit keine Fachärzte leisten können. 
Travis selbst hat schon einiges hinter sich. Alkohol war bis vor drei Jahren noch sein ständiger Begleiter und das Gefängnis hat er auch schon von innen gesehen. Nun ist er auf Bewährung und möchte dies aus als Neuanfang werten. 
Als er von Jugendlichen überfallen wird, fällt ihm ein schwangeres Mädchen auf, dass ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Ein paar Tage später sieht er sie wieder. Nur scheint sie das Kind mittlerweile bekommen zu haben. Nur kann sich das Mädchen gar nicht daran erinnern, je schwanger gewesen zu sein.
Auch Travis stellt Nachforschungen an und stößt dabei auf die Organisation Human Future Project.

Beide Protagonisten, Jake und Travis, waren mir von Anfang an sehr sympathisch. Gerade Travis, der in seinem Alter noch mit enormem Elan an die Aufklärung geht und sich mächtig ins Zeug legt. Er denkt so gut wie nicht an sich, führt sich die Vorteile für die anderen vor Augen und handelt auch ständig so, dass es den anderen gut geht. Was er selbst durchmachen muss, rückt er in den Hintergrund. Für ihn ist es wichtig, dass es den anderen gut geht.
Jake ist aber auch so. Er versucht zwar mit allen Mitteln herauszufinden, was eigentlich los ist, vergisst aber nicht, dass es noch andere Personen gibt, die ebenfalls Hilfe brauchen. 

Diese Vorgehensweise hat mich bei beiden sehr überrascht. Erstens müsste Jake mit seinen 16 Jahren eher der Draufgänger und Partymensch sein und Travis mit über 60 so langsam herunterfahren und mehr an sich denken. Aber beide handeln meist selbstlos.

© Sina Frambach
Der Schreibstil hat mich sehr fesseln können. Ich hatte Mühe, das Buch aus der Hand zu legen, da mit jedem weiteren Kapitel mehr Informationen freigelegt wurden. Die Spannung war greifbar und ich hatte auch ein richtig gutes Kopfkino. Die Charaktere waren ausgefeilt, die Story lief richtig rund und die einzelnen Kapitel (immer abwechselnd Gegenwart und Zukunft) griffen auch gut ineinander über.  Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen und konnte mich auch gut in alle hineinversetzen.

Der Gegenpart - in diesem Fall die Organisation Human Future Project - blieb immer geheimnisvoll. Selbst am Ende, wo alles ein bisschen aufgelöst wird, sind noch einige Fragen offen. Aber dies ist auch gut so, schließlich handelt es sich hier ja um den Auftakt der Reihe. Die Spannung wird also gehalten und die Neugier ist geweckt.

Die Zusammenarbeit der beiden Autoren ist mehr als gelungen. Im Laufe des Buches hatte ich erst das Gefühl, dass es sich um eine Fantasy-Story handelt, die dann jedoch ab der Mitte eher doch als Science-fiction gehandelt werden kann. 

Ich fand es gelungen, das Buch aus zwei Perspektiven lesen zu können. Einerseits hat nämlich Jake in  "jugendlichem Leichtsinn" so manche tolle Idee einbringen können, während Travis auf Erfahrung zurückblicken kann und sich damit Pluspunkte verdiente. Dieses Zusammenspiel der beiden - obwohl 100 Jahre getrennt - hat mir sehr gut gefallen. 

Ich habe das ebook gelesen, welches schon mit einem schönen Cover aufwartet. Wenn man sich jedoch die gedruckte Ausgabe zulegt, erwartet einem auch noch ein absoluter Hingucker. Der Schnitt ist gefärbt und mit dem Buchtitel "Pheromon" bedruckt. Ein Schatz im Bücherregal. 

Innerhalb kürzester Zeit hatte ich das Buch gelesen, weil mich die Thematik einfach fasziniert hat. Am Ende war ich zwar leicht verwirrt, weil sich beide Stränge miteinander vermischen. Die Erklärung dafür musste ich mir zwar zweimal durchlesen, da ich sie auf den ersten Blick nicht so recht verstanden habe, was aber wohl eher daran liegt, dass ich mathematisch-technisch mit wenige Talent bedacht bin. Verstanden habe ich es dann schon und bin gespannt, wie im nächsten Teil die Spannung weiter gehalten werden kann.

Fazit:
Ein packendes Science-fiction-Jugendbuch mit fantastischen Elementen und sympathischen Charakteren. Von mir gibt es für den Auftakt 9 von 10 Punkten.

Verlag: Planet!
erschienen: 2018
Printseiten: 416
Format: ebook
ISBN: 978-3-522-65382-4

© Sina Frambach

© Sina Frambach


Rezension // Jonathan Stroud - Lockwood & Co.: Die raunende Maske (3) von SINA

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Quelle: Randomhouse


Während alle großen und bekannten Agenturen im Stadtteil Chelsea unterwegs sind, weil sich dort die Geistererscheinungen mehren, haben aber auch Lockwood & Co. einiges zu tun. Kleinere Aufträge zwar, doch diese benötigen ihre ganze Aufmerksamkeit. Als sie bei einem kniffligen Fall mit blutigen Fußspuren zur Zufriedenheit der Kundin handeln, schleust diese sie bei der Karnevalsparade ein, bei der Unbekannte den Zug angreifen. Durch ihr dortiges tapferes Handeln sind Lockwood & Co. plötzlich eine der angesagtesten Agenturen in London. Und werden nun ebenfalls nach Chelsea gerufen. Denn die dortigen Phänomene geraten außer Kontrolle.

© Sina Frambach

Lucy, George und Lockwood haben alle Hände voll zu tun. George und Lockwood finden es deswegen mehr als in Ordnung, nun eine Sekretärin einzustellen, was Lockwood auch prompt tut. Holly Munro bringt sich auch gleich ein, in dem sie das Haus aufräumt, die Termine koordiniert und auch sonst das Leben der Agentur bereichert. Alle sind zufrieden, bis auf Lucy, die in Holly eine mächtige Konkurrentin sieht.

Im dritten Teil der Lockwood-Reihe stoßen wir auf eine sehr unentschlossene Lucy, die mittlerweile alles in Frage stellt - außer ihre Berufung zur Geisterjagd. Ihre Gabe, sich mit Geistern unterhalten zu können, um so herauszufinden, was diese so umtriebig sein lässt, rettet so manchen Auftrag. Nur ist es Lockwood, der das unterbinden will, aus Angst, dass Lucy eines Tages an den falschen Geist gerät.
Lucy wird von Tag zu Tag unzufriedener. Nicht nur, dass Lockwood ihrer Gabe Einhalt gebietet, auch die neu zur Agentur gestoßene Holly bringt sie durcheinander. Sie ist eifersüchtig, weil gerade Lockwood sich sehr für Holly engagiert und es mehr als gutheißt, sie nun im Team zu haben.

© Sina Frambach

Da die Geschichte aus Lucys Sicht erzählt wird, bekommen wir sehr viel Einsicht in ihr Gefühlsleben. Sie fühlt sich ausgeschlossen, unverstanden und ist eifersüchtig. Ihr Gedanken werden immer wieder dadurch unterbrochen, dass sie Worte und Gesten falsch deutet und sich dann lieber über sich Gedanken macht, anstatt sich um andere Dinge zu kümmern. Gerade bei Einsätzen ist dies natürlich sehr riskant und birgt so einige Risiken.

Lockwood wird in diesem Band als noch undurchsichtiger dargestellt. Hatte er in den ersten beiden Teilen noch ein tadelloses Verhalten gerade gegenüber Lucy, fängt er nun an zu kritisieren und gerade Holly über den grünen Klee zu loben, obwohl er eigentlich genau weiß, dass er Lucy damit wehtut. Entweder macht er dies absichtlich oder er weiß wirklich nicht, wie er sich gegenüber allen verhalten soll.

George bleibt der Alte bzw. stürzt sich mit noch mehr Feuereifer in die Recherche-Arbeiten. Dabei entsteht eine enge Zusammenarbeit mit der Artefaktenjägerin Flo Bones. Die beiden scheinen gute Freunde geworden zu sein. Dies wird bei kommenden Aufträgen bestimmt noch nützlich werden.

Die neue im Bunde ist Holly Munro, die von einer ehemaligen großen Agentur zu Lockwood & Co. gewechselt ist. Sie ist fleißig, adrett, immer höflich und weiß auf alles eine Antwort. Ihr Ordnungsfimmel ist sehr nützlich, da der Tagesablauf nun geregelt ist und unnötige Aufträge erst gar nicht angenommen werden. Sie kocht, wäscht, wischt Staub und fängt an, sich langsam aber stetig als wertvolles Mitglied zu entpuppen. Doch auch sie kommt mit Lucy nicht ganz zurecht und so ergeben sich teilweise sehr witzige Dialoge, weil beide zwar wissen, dass sie sich nicht leiden können, aber trotzdem keinen Streß verursachen wollen.

© Sina Frambach
Irgendwie hat dieser Teil ein bisschen von dem Charme eingebüßt, der von den ersten beiden Teilen ausgestrahlt hat. Dies lag unter anderem daran, dass Lockwood eben etwas mehr hormongesteuert gehandelt hat. Aber man muss ja auch bedenken, dass es sich immerhin um Teenager handelt und gerade 16 ein sehr gefährliches Alter ist.

Die Story an sich war wieder richtig spannend, vor allem im letzten Drittel. Dort konnte ich das Buch sehr schlecht weglegen, weil die packende Geschichte einem sehr in den Bann gezogen hat. Es gab einiges Neues, was in den ersten beiden Teilen noch nicht behandelt wurde, gerade was die Geister anbetraf.

Am Ende hat der Autor dann noch mal einen Brüller rausgelassen, so dass ich sofort nach dem vierten Teil greifen musste. Ich bin gespannt, wie sich nun alle weiterentwickeln werden.

Fazit:
Etwas weniger Charme, dafür viele Geister und Erfahrungswerte in der Gruppe. Es gibt von mir 8 von 10 Punkten.

Verlag: cbj
erschienen: 2015
Printseiten: 464
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-570-15963-7

Montag, 15. Januar 2018

Rezension // Nadja Losbohm - Die Tagebücher des Michael Iain Ryan (1) von SINA

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Quelle: Tom Jay

Michael wächst, von seiner Mutter behütet und dem Vater geduldet, auf dem heimischen Hof auf. Als er 8 Jahre alt ist, wird der Hof von Banditen überfallen und seine Mutter dabei getötet. Michael konnte sich jedoch vor den Halunken retten und fliehen, um kurz darauf von seinem Vater gefunden zu werden, der ihn für den Tod der Mutter verantwortlich macht.
Um Michael loszuwerden, steckt sein Vater ihn in ein Kloster. Erst denkt Michael, dass ihn nun ein ruhiges Leben im Schoß der Kirche erwartet, doch schon am ersten Tag merkt er, dass manche Mönche im Kloster mit unheiligen Mitteln vorgehen. Michael gerät in das Visier von Prior Arnaud, der es sich in den Kopf gesetzt hat, Michael den Dämon auszutreiben, der sich in ihm niedergelassen haben soll. Doch nicht ein Dämon wohnt in Michael, er ist von Gott auserwählt.

Schon mit "Die Jägerin"-Reihe rund um die Jägerin Ada hat die Autorin eine Welt geschaffen, die düster und trostlos wirkt. Doch gibt es einige Lichtblicke, die darauf hoffen lassen, dass Ada und auch deren Mentor Pater Michael die Welt ein Stück besser machen wollen. 

In den Tagebüchern des Pater Michael erzählt die Autorin nun, wie Pater Michael zu dem geworden ist, was er heute ist. Im ersten Band geht es speziell um seine Kindheit, die schrecklicher und traumatischer nicht sein könnte. 
Von Banditen gejagt, die seine Mutter getötet haben, vom Vater gehasst und gedemütigt, landet er im Kloster von Gourin, wo ihm auch keine Herzlichkeit entgegen gebracht wird. Von Anfang an hat er mit Widrigkeiten zu kämpfen und hat auch niemanden, der ihm helfen könnte. Denn würde er sich jemandem anvertrauen, wäre dies sein Todesurteil.
Nur sein starker Wille und sein Glaube an Gott halten ihn aufrecht, vor allem, da er weiß, dass er von Gott zu etwas auserwählt wurde. Dies herauszufinden, ist nun sein Lebensinhalt und so stellt er sich den Herausforderungen.

Demütigungen und Anfeindungen sind noch das harmloseste, mit dem Michael zu tun hat. Es ist nicht einfach, seinen Weg mitzuverfolgen, da die Brutalität, die von manchen Mönchen an den Tag gelegt wird, den Hass in einem schürt. Vor allem, da man weiß, dass auch heute noch solche Dinge hinter verschlossenen Klostertüren vorgehen. 
Kinder und Jugendliche werden derart in Angst versetzt, dass man mit ihnen einfach alles machen kann. Unvorstellbare Dinge. Die Machenschaften sind grausam und brutal. In dem Roman der Autorin gibt es einige Schreckensgestalten, denen man einfach nur den Tod wünscht. 

Michael hat das Pech, auf gerade diese Personen zu treffen. Angefangen bei seinem Vater, der aus Eifersucht auf Michael in ihm einen Sündenbock sucht und ihm den Tod der Mutter unterstellt. 
Prior Arnaud ist der fanatische Teil, der einen nichtexistierenden Dämonen in Michael sieht und diesen austreiben will. Dabei sind ihm fast jedes Mittel recht. 
Schlechtes oder gar kein Essen macht die Kinder mürbe, während sich die Mönche die feinsten Speisen einverleiben. Die unmenschliche Behandlung zeigt Wirkung und ist Alltag im Kloster.
Hinzu kommen Folter, sexuelle Nötigung und Demütigung. 
Dies alles verursacht von einer Handvoll Mönche, die es auch noch schaffen, es vor den "normalen" geheim zu halten bzw. nicht an ihrem Treiben gehindert werden. Ebenfalls aus Furcht vor dem Tod. 

Michaels Weg ist sehr steinig, doch weiß er, wenn er dies erträgt, wartet am Ende eine Belohnung. Gottes Belohnung. So wurde es ihm höchstpersönlich von Gott versprochen. Dies hält ihn aufrecht.

Die Autorin schildert Michaels Jugend in eindringlicher Weise und gibt schonungslosen Einblick in das Klosterleben mit allen Schattenseiten. Lichtblicke gibt es so gut wie keine. 

Zeitweise musste ich das Buch zur Seite legen, weil das Kopfkino zu intensiv mitspielte. Es gibt Dinge, die kann, will und muss man sich nicht vorstellen. 
Schockierende Momente und grausame Szenen - und doch kämpft sich Michael durch. Sein Glaube ist groß, seine Hoffnung ebenfalls.

Das Buch endet mit Michaels 18. Geburtstag und einem ungewöhnlichen Angebot, welches die Zukunft Michaels stark verändern würde.
Wie er sich entscheidet, ist den Lesern der "Jägerin"-Reihe schon bekannt, doch warum und wie es dazu kam, ist hochinteressant. 
Sein Verhalten in den nach seinen Tagebüchern spielenden Bänden ist nun noch um einiges mehr nachvollziehbar und hat ihn mir auch noch sympathischer gemacht.

Fazit:
Michaels harter und steiniger Weg zu dem Menschen, der er heute ist. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten, da mir manche Szenen etwas zu grausam waren.

Verlag. Selfpublishing
erschienen: 2017
Printseiten: 342
Format: ebook
ISBN: 9783742781697

Freitag, 12. Januar 2018

[Graphic Novel] Rezension // Walter Moers + Florian Biege - Die Stadt der träumenden Bücher: Die Katakomben (2) von SINA


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Der zweite Teil von "Die Stadt der träumenden Bücher" liegt nun in illustrierter Form vor. Die Graphic Novel, die von Walter Moers und Florian Biege in jahrelanger Arbeit geschaffen wurde, überzeugt auch in Band 2. 

Hildegunst von Mythenmetz, der sich nun in den Katakomben der Stadt Buchhaim widerfindet, wird von den Buchlingen in das Geheimnis des Orms eingeweiht. Doch sein Wunsch, wieder an die Oberfläche zu gelangen, wird größer. Als die Buchjäger die Grotte der Buchlinge angreifen, kann Hildegunst fliehen und irrt wieder durch die Katakomben. Dabei stößt er auf den, vor dem sich jeder fürchtet: den Schattenkönig.

© Sina Frambach

"Die Stadt der träumenden Bücher" erzählt auf fantastische Weise die Geschichte von Hildegunst von Mythenmetz, der von der Lindwurmfeste auszieht, um in Buchhaim nach dem Verfasser eines Manuskriptes zu suchen.

Der Autor Walter Moers hat mit dem Kontinent Zamonien eine fantastische Welt erschaffen, die von den unterschiedlichsten, schillerndsten und interessantesten Kreaturen bewohnt wird.
Lindwürmer, Eydeeten, Haifischmaden, Fernhachen, Wolpertinger - so viele Figuren, so viele Geschichten. 

© Sina Frambach
Hildegunst von Mythenmetz ist wohl der bekannteste Charakter und wird von Walter Moers als sein Alter Ego genutzt. 

Im ersten Teil der Graphic Novel begleiten wir Hildegunst auf dem Weg nach Buchhaim, bei seinen Nachforschungen zu dem Manuskript und bei dem unglücklichen Umstand, in die Katakomben zu gelangen. Der zweite führt uns unter die Stadt Buchhaim, in die Katakomben, in den so viele Gefahren lauern. 

Die von Florian Biege illustrierten Bilder sind sehr detailreich und wunderschön gestaltet. Hier merkt man deutlich, dass es dem Autor sowie dem Illustrator sehr viel Spaß gemacht hat, an der Graphic Novel zu arbeiten. Herausgekommen ist dabei eine perfekte Ergänzung zu dem eigentlichen Buch.

© Sina Frambach

Wir auch bei Teil 1 wünsche ich mir, dass noch mehr der Zamonien-Romane als Graphic Novel gestaltet werden und dabei auch die Zusammenarbeit mit Florian Biege aufrecht erhalten bleibt, da dieser einfach die perfekte Stimmung hat einfangen können.

Die Geschichte ist spannend, abenteuerlustig, lehrreich und an den richtigen Stellen auch mit einigem Sarkasmus ausgelegt. Somit entsteht zu keiner Zeit Langeweile. Man ist gebannt von der Story, bangt um Hildegunst und versucht mit ihm zusammen einen Weg aus den Katakomben zu finden.

Am Besten gefallen haben mir die gezeichneten Buchlinge. Kleine, zyklopenähnliche Kreaturen, die nichts lieber mögen als Literatur. 

© Sina Frambach

Das ganze Buch bzw. die ganze Graphic Novel ist eine Hommage an die Bücher. 

Am Ende der Graphic Novel erwartet uns noch eine kleine Zusammenfassung der Zusammenarbeit zwischen Walter Moers und Florian Biege. Hier wird u. a. erklärt, wie die Bilder entstanden sind. Außerdem zeigt uns Walter Moers die Figuren aus seinem Buch als Modelle. 

Fazit:
Ein großartig gezeichneter zweiter Teil, der spannend und witzig zugleich ist. Von mir gibt es dafür 10 von 10 Punkten.

Verlag: Knaus
erschienen: 2018
Format: Hardcover
Printseiten: 128
ISBN: 978-3-8135-0502-3




© Sina Frambach


Montag, 8. Januar 2018

Challenge // Weltenbummlerchallenge2018 - SINA

Der Blog Wörterkatze veranstaltet auch dieses Jahr die

Weltenbummlerchallenge

und ich habe mich relativ spontan entschieden, dort noch mitzumachen.

Es geht darum, möglichst Bücher zu lesen, die in unterschiedlichen Ländern der Erde stattfinden. Für jeden Erstbesuch des Landes gibt es 5 Punkte, für jeden weiteren 3. Der Erstbesuch in Deutschland gibt 3 Punkte, jeder weitere 1 Punkt. Zusatzpunkte können für etwaige Aufgaben gewonnen werden.

Die genauen Regeln könnt ihr auf Wörterkatzes Blog nachlesen. 

Der Reiz für mich, bei dieser Challenge mitzumachen, war jener, mich möglichst auch mal in andere als von mir geliebten Settings aufzuhalten. Dies ist vorwiegend England, Amerika und Deutschland. Aber es gibt noch so viele andere schöne Länder, die man auch lesend bereisen kann, wenn man schon nicht genügend Kleingeld für einen echten Urlaub dort hat.

Hier also meine Liste der bereisten Länder mit den jeweiligen Punkten:


Europa
1 x Deutschland - 3 Punkte
2 x Großbritannien - 8 Punkte
1 x Frankreich - 5 Punkte

Nord- und Mittelamerika
2 x USA - 8 Punkte

Südpazifik
1 x Polynesien - 5 Punkte




Gesamtpunktzahl: 29



Rezension // Jonathan Stroud - Lockwood & Co.: Der wispernde Schädel (2) von SINA

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Quelle: cbj

Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter der Agentur Lockwood & Co. Viele Aufträge und neue Erkenntnisse konnten Anthony Lockwood, George Cubbins und Lucy Carlyle sammeln. Durch ihren neuen Bekanntheitsgrad sind sie mittlerweile eine der angesagtesten Agenturen in London.

Das macht den drei schon ganz schön zu schaffen und trotzdem stürzen sie sich in jede Arbeit, die sich ihnen bietet. Manchmal kommen sie tagelange nicht richtig zum Schlafen, können aber irgendwie doch bei der Sache zu bleiben und die Aufträge bearbeiten.

© Sina Frambach
Ich habe unheimlich viel Spaß beim Lesen gehabt, denn Lucy, George und Lockwood sind ein unschlagbares Team. Die drei haben sich aufeinander eingestellt, wissen, wie der andere handelt, vertrauen sich blind und können sich auch aufeinander verlassen. Zumindest, wenn es darum geht, Geister zu jagen oder Rätsel zu lösen. 

Vor allem Lucy, die sich mit ihrer neuen Fähigkeit vertraut machen konnte, führt viele Fälle zum Erfolg. Dies freut alle sehr, nur Lucy fragt sich, warum ihre Fähigkeit gerade bei dem Geisterschädel versagt, der in einem Einmachglas bei ihnen zu Hause steht. Einmal konnte sie mit ihm reden, doch seit dem blieb er ruhig. Seine Worte gehen ihr nicht aus dem Kopf. George führt etliche Experimente mit dem Schädel durch, um ihn zum Sprechen zu bringen.

© Sina Frambach
Im zweiten Teil der Reihe bekommt die Agentur nunmehr den Auftrag, ein Grab auf dem Friedhof zu versiegeln. Dies scheint eigentlich eine einfache Aufgabe, nur kommt es ungewollt zu kleinen Komplikationen, bei denen ein Artefakt in einem Eisensarg entdeckt wird. Ein Spiegel, der alle, die hineinblicken, in seinen Bann zieht. Dieses Artefakt ist nunmehr sehr begehrt. Und so kommt es, wie es kommen muss. Der von Lockwood, Lucy und George versiegelte Sarg wird aufgebrochen und der Spiegel gestohlen.

Natürlich ist dies noch nicht alles, denn der Besitzer des Spiegels ist der im Eisensarg liegende Edmund Bickerstaff, der durch Experimente im 19. Jahrhundert zur traurigen Berühmtheit gelang. Seine okkulten Vorhaben war alles andere als ehrenhaft und führten zu Tod und Verderben.

© Sina Frambach
Klar ist nun, dass Lockwood & Co. sich dem Fall annehmen und dabei auf noch mehr Geheimnisse stoßen. 

Die Geisterjagd mit den drei jugendlichen Agenten ist ein wahrer Spaß, wenn man mal den Ernst außer Acht lässt. Sarkasmus wird groß geschrieben und wenn andere (gegnerische) Agenten mit von der Partie sind, lassen gerade George und Lucy kein gutes Haar an ihnen aus. Dies führt zu etlichen Wort-Schlagabtauschen, bei denen ich mich fast kringelig gelacht habe. Denn gerade George, der körperlich eher ein Defizit sprich Übergewicht aufweist, ist es, der mit seinem Wissen punkten kann und sich deshalb so einiges "unschönes" für seine Konkurrenten einfallen lässt. Hoch anrechnen muss man ihm, dass er aber auch einstecken kann. 

© Sina Frambach

Lucy hat diesmal eine große Aufgabe, denn sie muss versuchen, den nunmehr im Hause der Agentur lebenden Geisterschädel zum Reden zu bringen. Und sich keine Gedanken über die eine Tür im Haus zu machen, die sie nicht öffnen darf. Beides schwer, denn für das eine hat sie keine Lust und die Neugier für die Tür ist übermächtig. 

Lockwood dagegen bliebt undurchsichtig, wie auch im ersten Teil. Man bekommt nur spärliche Informationen über ihn und trotzdem hat er ein so charismatisch nettes Verhalten, dass man ihn einfach gern haben muss. Dies merkt übrigens auch Lucy und mehr als einmal gerät sie über ihn ins Schwärmen. Gut nur, dass sie sich auch zusammenreißen kann, wenn es gerade brenzlig wird. 

© Sina Frambach
London ist ja mal wieder ein Setting, bei dem ich ins Schwärmen gerate. Geister, unnatürliche Phänomene, okkulte Beschwörungen, Übernatürliches - es gibt nichts, was nicht hierher passt. Gerade diese Kulisse bietet so einiges, um hier Geschichten stattfinden zu lassen, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie hier einfach hingehören. Für mich einer der Gründe, endlich dort länger Urlaub zu machen und mich auf die Spuren der verschiedenen Geschichten zu begeben, die ich bislang über bzw. in London gelesen habe.

Der Autor, der mich schon mit seinen Bartimäus-Romanen überzeugen konnte, hat mit Lockwood & Co. eine Agentur geschaffen, die mit Abenteuerlust, Witz und Charme so manche tolle Jagden veranstalten können und dabei einfach so bleiben, wie sie sind. Nett, charismatisch und intelligent. Einfach ein Trio, das man gerne haben muss.

Ich freue mich auf weitere Abenteuer und bin gespannt, wie der Autor den Kracher, den er am Ende des zweiten Bandes hochgehen ließ, in die nächsten Bände mit einbaut. 

Fazit:
Die Geisterjagd im modernen London kann ich nur mit der vollen Punktzahl bewerten. 10 von 10 Punkten.

Verlag: cbj
erschienen: 2014
Printseiten: 512
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-570-15710-7

© Sina Frambach

Sonntag, 7. Januar 2018

Rezension // J.K. Rowling - Was wichtig ist: Vom Nutzen des Scheiterns und der Kraft der Fantasie von SONJA

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Quelle: Carlsen


INHALT:
2008 durfte J. K. Rowling für die Absolventen der Harvard Universität eine Abschlussrede halten. Was wichtig ist, erfahren wir auf 80 Seiten und dürfen an Rowlings Erfahrungen aus ihrer eigener Lebensgeschichte teilhaben.

FAZIT:
Ich bin kein Harvard Absolvent und werde es auch nicht mehr. Auch mein Werdegang (ja, ich bin nicht mehr in den Zwanzigern und ja die 4 rückt immer näher) lief nicht immer gradlinig. Die Rückschlüsse und Folgerungen Rowlings fand ich sehr treffend und auch bewundernswert.

J. K. Rowling kann den jungen Absolventen nach einer humorvollen Einleitung glaubhaft vermitteln, dass das Leben anders abläuft, als man sich häufig vorstellt. Wichtig sind dann Freunde, Familie und das "Weitermachen". Man muss sich besinnen.

Das Buch hat zu jedem Aspekt der Rede kleine Skizzen und grafische Eyecatcher von Textpassagen hervorgehoben.


© Sonja Kochmann


Das Buch stellt meiner Meinung nach ein hervorragendes Geschenk für eine/n Schulabgänger/in (jeglicher Schulform) bzw. Prüfling dar. Der "Ernst des Lebens" kann mit diesen aufmunternden Worten beginnen: Volle Punktzahl.



Verlag: Carlsen
erschienen: 2017
Seiten: 80
ISBN: 978-3551587770

© Sonja Kochmann